Der Schmetterling und die Brücke

Wenn sich ein Schmetterling auf die Autobahnbrücke setzt, biegt diese sich durch. Diese im Resultat zwar unbedeutende, aber physikalisch betrachtet völlig korrekte Aussage sollten Sie sich stets ins Gedächtnis rufen, wenn es um dem höchst unterhaltsamen Themenkomples "HiFi und Tuning" geht. Denn diese Erkenntnis kann Ihnen viel Geld ersparen helfen, ohne dass Sie dabei den Spaß an Ihrem liebsten Hobby verlieren. Und darum geht es schließlich.


KABEL:

Selbstverständlich nehmen Kabel Einfluss auf den Klang. Bislang konnte mir aber noch niemand glaubhaft erklären, weshalb die zwei Meter zwischen Verstärker und Box die Klangwelt auf den Kopf stellen sollen, wenn im High End-Verstärker und in der High End-Box selbst einfachstes Kabelmaterial scheinbar vollauf genügt. Also: Wenn Sie zu den Glücklichen gehören, denen das Geld im Hosensack mächtig unbequem ist, dann tun Sie etwas Gutes und bringen Sie es für kostspielige Kabelage in den Wirtschaftskreislauf. Allen anderen empfehle ich einfach auf saubere Kontakte, handwerlich korrekt durchgeführte Lötverbindungen und solide Steckverbindungen mit zuverlässigem Kontakdruck zu achten. Übrigens: Die famos klingenden Aufnahmen der 50er und 60er Jahre wurden allesamt mit völlig unspektakulären, völlig "normalen" Kabeln gemacht.


CHIPS, STEINE UND SCHÄLCHEN:

Der Handel hält wunderbare Hilfsmittel bereit, die Ihr Klangerlebnis zu Hause ins Unermessliche steigern können. Richtig ist, wer sich in positive Stimmung bringt, hört besser. Deshalb ist Einbildung durchaus auch Teil der Wahrheit. Es gilt letztlich das Gleiche wie bei den Kabeln. Wer Geld hat, der soll es gefälligst auch ausgeben. Alle anderen können mit kreativer Eigenleistung gleichfalls ins unergründliche Klangnirwana vorstoßen.


RAUMTUNING:

Ganz wichtig. Denn die Raumakustik ist für den erlebten Klang der Anlage entscheidend. Zimmer, in denen man sich schlecht unterhalten kann, haben eine mangelhafte Akustik. Dort klingt keine Anlage gut. Bevor Sie Geld für Kabel und teure Komponenten ausgeben, sollten Sie den Raum selbst optimieren. Es müssen ja nicht gleich die alten Eierkartons zur Minderung von Schallreflexen an die Wände gepappt werden. Wenn das Zimmer auch Wohnraum sein soll, sollte mit Teppichen, Bücherregalen und Zimmerpflanzen experimentiert werden.